"In einer Zeit des Universalbetruges, ist die Wahrheit zu sagen

 eine revolutionäre Tat"  (George Orwell)

 

Hier ist Platz für unsere und Eure Meinungen.

Wir werden hier aktuelle Themen aus allen Bereichen des Lebens kritisch beleuchten und möchten damit auch zeigen, daß es noch Menschen gibt, die eine eigene Meinung besitzen und diese auch im Stande sind zu äußern.

 

 

Das D schreibt zum Thema Deutschland...

 

Und wieder einmal ist es unser Land, daß - hoffentlich nicht nur in meinem Kopf - für Verwirrung sorgt.

Es scheint mir, als ob sich momentan ein neuer Volkssport etabliert. Das "Wir machen uns selber schlecht"-Syndrom breitet sich unaufhaltsam aus. Gestoppt nur für den Moment und auch nur für einen Monat...

 

Schaue ich dieser Tage aus dem Fenster ist es unverkennbar: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat begonnen. Und endlich ist es wieder erlaubt - das öffentliche Präsentieren der Landesfarben! Sie hängen an Fenstern, flattern an Autos und finden sich auf unzähligen Shirts wieder. Es scheint mir, als hätten wir Deutschen, abgesehen von Situationen wie dieser,  mittlerweile jeden Patriotismus beiseite gelegt, um nicht auch Bestandteil der hetzenden, fast schon anti-deutschen Berichte aus dem eigenen Land zu werden. Verständlich ist es schon; Haben unsere Landesflaggen doch jede Daseinsberechtigung abseits öffentlicher Gebäude, an denen Sie natürlich auch nur zu Nationalfeier- oder -trauertagen zu sehen sind, schon lange verloren. Zu groß ist hierzulande die Angst, ins rechte Lager geschoben zu werden. "Oh, sieh mal eine Deutschlandflagge! Ist denn Feiertag? Nein? Dann wohnen da bestimmt Rechte!" Dieser Satz würde sicherlich so oder ähnlich aus manchem Mund entfleuchen, wäre nicht WM. Schade nur, daß wir mittlerweile nur noch an Fußball-Großereignissen deutsch sein dürfen ohne gleich eine leichte Braunfärbung zu erhalten.

 

Unsere Hymne (bzw. Ihr Ursprung das Deutschlandlied) besteht, einigen Menschen mag dies unverständlicher Weise ein Dorn im Auge sein, nach wie vor aus drei Strophen und beginnt mit "Deutschland, Deutschland über alles..." Aber es haftet beständig an dieser Textzeile ein fader, rechter Beigeschmack ähnlich der Äußerung "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein".

 

Anscheinend kann ein Deutscher hierzulande nur auf den Nationalsozialismus stolz sein, einen anderen Schluß lässt dieser Satz schließlich nicht zu - oder?

 

Mal ehrlich! Man sieht in der Fußgängerzone einen kurzhaarigen, blonden Mann, dessen T-Shirt die genannte Aufschrift trägt. Ich glaube es gibt mittlerweile keinen Deutschen mehr, der diese Person nicht mehr oder minder dem rechten Lager zuschreiben würde! Unser Land ist doch nicht rechtsradikal - abgesehen von einer unorganisierten Horde unterbelichteter Neonazis, deren Anzahl im Vergleich zu einigen anderen Ländern doch eher gering ausfällt und deren Verbrechen und Gewalttaten in denen der "normalen" Deutschen fast schon untergehen - gibt es nichts zu berichten, daß es rechtfertigen würde, dem Deutschland von heute pauschal einen rechten Stempel aufzudrücken. Trotzdem ist, wer sich erdreistet öffentlich zu erklären, er sei stolz ein Deutscher zu sein, eindeutig der rechten Szene zuzuordnen. Warum? Sind es nicht vor allem die Menschen, die überall etwas rechtes erblicken, die sich der Trend-Welle der USA angeschlossen haben? Man geht nicht mehr Spazieren, man geht Walken! Frühstück nennt man nun Brunch und was die Amerikaner tun ist ohnehin trendy!   Ein Großteil der Deutschen identifiziert sich bereits mit Amerika - einem Land, daß Staaten überfällt, Menschenrechte mit Füßen tritt, die Rassentrennung etabliert und die Sklaverei perfektioniert hat, ein Land indem es nicht wirklich wichtig ist wie viele Stimmen man erhält um Präsident zu werden.

"Proud to be american!" Dieser Satz würde von uns sicherlich auf keinem Shirt bemängelt werden.

 

Aber zurück zu unserem schlechten Land; Meldungen über rechte Gewalt werden zunehmend ausufernd geschmückt um der Welt zu zeigen, wie böse wir doch sind, und zwar mit allem, was sich an rechten Schandtaten finden lässt. Als Beispiel sei hier jener Fall zu nennen, der vor kurzer Zeit weltweit durch die Medien ging:

 

So soll der 30-jährige Italiener Gianni G. an einem Berliner S-Bahnhof von drei kahlköpfigen Männern nach seiner Nationalität gefragt, als Ausländer beschimpft und mit einem Baseballschläger geschlagen worden sein. Dabei soll er sich einen Bruch der Kniescheibe und Kopfverletzungen zugezogen haben. Aufgrund dieser Hinweise wurde natürlich in der rechtsextremen Szene ermittelt. An sich nichts ungewöhnliches. Der Fall sorgte in den Medien jedoch noch vor der Aufklärung  für große Schlagzeilen. Meldungen über neuen "Nazi-Terror" machten sogar die Runde. Später stellte sich jedoch durch die Aufnahmen einer Überwachungskamera heraus, daß der Mann betrunken auf die Gleise gestürzt war und zum Zeitpunkt des Geschehens völlig allein auf dem S-Bahnhof unterwegs war. Soviel zur Geschichte.

 

Bemerkenswert ist nur, daß in den Tagen der Berichterstattung massenhaft Meldungen über andere rechte Übergriffe auftauchten, die Politik sich einschaltete und sogar Reisewarnungen für WM-Besucher ausgesprochen wurden. Da haben wir uns mal wieder mit viel Eifer rechter und böser gemacht als wir sind! Ich frage mich: Gab es nur in diesen Tagen rechte Gewalt? Was ist rechte Gewalt? Macht es einen Unterschied, ob ein Mensch von Rockern, Punkern, Nazis, Ausländern, Hippies, linken Autonomen, "normalen" Deutschen oder anders zuzuordnenden Menschen verprügelt wird? Ist rechte Gewalt anders als andere Gewalt? Schön wäre es doch, wenn auch andere Straftaten mit der gleichen Aufmerksamkeit und Entschlossenheit zur Aufklärung gebracht werden würden. Sollte man demnächst, wenn man mal wieder verprügelt wird einfach zu Protokoll geben, man wäre von Nazis überfallen worden, um dadurch die Chancen auf Aufklärung zu steigern? Müssen unsere Medien Deutschland in aller Welt immer wieder als gefährliches Nazi-Land hinstellen und der rechten Bewegung dadurch unnötig nur noch mehr Auftrieb verschaffen? Deutschland ist weder rechts noch gefährlich! Warum schaden wir uns selbst? Warum machen wir uns selbst schlechter als wir sind? Noch vor kurzer Zeit sollte die milliardenschwere Kampagne "Du bist Deutschland" zu mehr Engagement und zu etwas mehr Patriotismus aufrufen. Anscheinend ist aber "Du bist Deutschland - Du bist Nazi" die wohl deutlichere Botschaft aus Berlin und den Medien.

 

Fast schon infernalisch schreit dieses Land geradezu der Welt entgegen: "Ja, wir sind ausländerfeindlich! Kommt uns nicht besuchen!"

 

Und wieder einmal schadet dieses Land sich unnötig so sehr selbst, daß es kaum mit anzusehen ist. Welche Lobby hätten denn Nazis ohne diese Berichterstattung? Jeder, der sich ein klein wenig mit den Medien beschäftigt weiß doch, daß es einen am Leben erhält durch die Medien zu gehen. Ernst August Prinz von Hannover beispielsweise wäre wohl weit weniger bekannt, wenn er nicht an den türkischen Expo-Pavillion gepinkelt und regelmäßig einige Journalisten verprügelt hätte. Fakt ist aber, daß Ihn diese Berichterstattung, positiv oder negativ, bekannter gemacht hat. Und genau hier liegt das Problem. Wir lassen die Nazis einfach nicht sterben! Gruppierungen, gleich welcher Art brauchen Beachtung um zu wachsen - und wir mästen sie geradezu mit Beachtung.

 

Kurz sei noch angemerkt, daß der Anteil der Gewalt-Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund laut Kriminalstatistik des Vorjahres in den meisten Bundesländern nicht einmal 1% beträgt! Wesentlich höher ist jedoch der Anteil des sexuellen Missbrauches von Kindern (Schlüssel 1310 / Punkt 5.2 der Kriminalstatistik 2005). Warum sind wir nicht ein Land von Kinderschändern und machen dies der Welt begreiflich? Warum warnen wir WM-Besucher mit Kindern nicht vor einer Reise nach Deutschland? Statistisch gesehen ist doch die Gefahr, daß  Kinder in unserem Land missbraucht werden um ein Vielfaches höher als Opfer von rechtsradikalen Übergriffen zu werden!

 

Aber anscheinend weiß niemand so recht eine Antwort auf die Frage, warum wir uns allzu gern als rechte Republik hinstellen lassen ohne dafür einzustehen, daß wir eben das nicht sind - selbst wenn eine Deutschlandfahne in unserem Garten weht...

 

Und wie bitteschön soll Integration in Deutschland funktionieren, wenn man sich als Ausländer mit einem Land identifizieren soll, auf das noch nicht einmal die Einheimischen stolz sind bzw. sein dürfen?

 

 

 

 

Das D schreibt zum Thema Michael Jackson...

 

Schade, einfach schade! Auch der aktuelle Freispruch im Missbrauchs-Prozess kann leider nichts mehr an der Tatsache ändern, daß der (ex) King of Pop einen Abstieg erlebt hat, wie kein anderer Künstler zuvor.

Ungeachtet seiner psychischen Macken und seiner etwas ausgefallenen Eigenarten war Mr. Jackson auf dem besten Wege in die Geschichte einzugehen. Ein Platz neben den größten wie Bob Marley, den Beatles und sogar Elvis wäre ihm sicher gewesen. Fans mögen mir an dieser Stelle den traurigen aber wahren nächsten Satz verzeihen. Er hätte vor zehn Jahren sterben sollen. Dann wäre ihm und der Welt der langsame, zelebrierte Exodus einer Ikone erspart geblieben und sein Eintritt in den Olymp der Musik gesichert.

Wie wird die Welt ihn denn nun im Gedächtnis behalten? Sicherlich nicht ohne sein Zutun - man denke an das pädagogisch nicht ganz einwandfreie Zurschaustellen eines Kleinkindes am Hotel-Balkon - wird man ihn wohl als den ausgebrannten, kaputtoperierten und weltfremden Kinderschänder in Erinnerung halten, der er, abgesehen von unbewiesenen Vorwürfen, heute ist. Ich finde es einfach schade, daß seine Glanzzeit fast schon in Vergessenheit geraten ist - obwohl ich nie ein Fan seiner Musik war und nie auch nur eine seiner Platten mein Eigen nannte. Er hat Millionen Platten verkauft, war bekannter als der Papst und Vorbild für Millionen Kinder. Kein Popstar hat einen steileren Abstieg erlebt als Michael Jackson.

Ich hoffe, auch wenn es sehr hart klingt, daß er bald das Zeitliche segnet um Ihm sowie der restlichen Welt die gezoomte Nahaufnahme seines weiteren Verfalls zu ersparen. Er hat sein Leben gelebt und Erfolge zu verzeichnen wie kein Anderer nach ihm - aber er ist am Ende. In zehn Jahren um vierzig Jahre gealtert ist jedes Dokument seiner Auftritte der beschämende und erschreckende Beweis dafür, daß einen die Medien und die Welt, wenn man ihr nicht mehr gewachsen ist, gnadenlos zerfressen.

Bleibt nur zu hoffen, daß man Ihn jetzt nicht auch noch am Sterbebett filmt und fragt, ob er denn nun seine Nase hat operieren lassen oder nicht.

 

 Nachtrag:

Nun, da er ja doch anders von uns gegangen ist als erwartet, bleibt nur zu sagen: He was the greatest!

 

 

 

Das D schreibt zum Thema Arbeitsamt...


Angesichts neuster Reformen der Agentur für Arbeit ist die größte Sorge eines arbeitenden Bürgers wohl die, eines Tages selbst arbeitslos zu werden und damit in die Fänge der Agentur zu geraten. Da wird nun - der Einfachheit halber - jeder Arbeitslose in den selben Topf geworfen. Ganz gleich ob völlig verblödeter Playstation-Teenie oder altgedienter und hochqualifizierter Arbeiter. Wer arbeitslos geworden ist, hat selber Schuld und sollte sich erstmal ein eigenes "Profil" erarbeiten. Dies geschieht dann in der Regel in zwei- bis dreiwöchigen sog. Eignungsfestellungen. Hier wird, in acht Stunden täglich, zwar lediglich das richtige Schreiben einer Bewerbung vermittelt sowie etwas an Spezialwissen weitergegeben (liegt Hamburg in Deutschland?), aber dieses Affentheater schönigt bedeutsam die Statistik - und das ist, worum es geht! Jeder Arbeitslose, der sich in einem dieser völlig schwachsinnigen "Kurse" wiederfindet, ist nämlich plötzlich gar nicht mehr arbeitslos und somit aus der Statistik gestrichen.

Trotz lange vernachlässigter Jugend, die schon mit der Frage nach der Bundeshauptstadt heillos überfordert ist und leider Gottes, dank glanzvollem Versagen des Elternhauses, auch in den einfachsten Jobs nicht unterzubringen ist, gibt es sie! Die Arbeitslosen, die arbeiten wollen. Eine in diesem Planspiel der Arbeitsagenturen völlig vergessene Gattung.

Hierzu ist es natürlich erst einmal nötig, die Agentur für Arbeit und Ihre neugeordneten Strukturen zu kennen. Das "Arbeitsamt" ist Geschichte. Vielmehr sehen sich die Arbeitslosen nun einem durchorganisierten Konzern gegenüber, der seinerseits wiederum Menschen beschäftigt. Abgesehen davon, daß hochdotierte "Dozenten" einem das richtige Schreiben einer Bewerbung vermitteln gibt es unzählige, eigenständige oder eigens hierfür eingerichtete Subunternehmen, die alle zusammen einen Beitrag dazu leisten, die Arbeitslosen-Statistik so gut wie möglich zu drücken, und sich diesen Beitrag - selbstredend - auch anständig bezahlen lassen. Und jeder lebt von den Arbeitslosen...

Hier muß niemand lange überlegen, um zum Schluß zu kommen, daß jeder einzelne Mitarbeiter, der seinen Job richtig macht und möglichst viele Arbeitslose wieder ins Arbeitsleben schickt, sich auf kurz oder lang die eigene Existenzgrundlage nimmt - nämlich die Arbeitslosen! Also sorgt man als sog. Arbeitsvermittler doch schon des eigenen Wohles Willen dafür, immer genügend Kunden zu haben. Um zu wissen, daß ein arbeitsloser Jurist, der nach Wegfall der Zumutbarkeitsklausel vom freundlichen Vermittler nun als Fließband-Hilfsarbeiter eingesetzt wird, schon nach kurzer Zeit wieder "auf der Matte steht", muß man ebenfalls kein allzu helles Köpfchen sein. Gleiches gilt für offene Stellen in qualifizierten Berufen, die nach Meinung der Agentur nur mit alkoholkranken Langzeitarbeitslosen oder völlig unqualifiziertem Personal zu besetzen sind.

Daß Betriebe, die gesellschaftliches Engagement zeigen wollten und bisher offene Stellen der Agentur meldeten, dies in Zukunft besser bleiben lassen ist sicherlich auch verständlich.

Und wieder scheint ein fast unlösbares Problem vor unseren Politikern zu stehen. Fraglich ist nur, ob man überhaupt gewillt ist, dieses Problem zu lösen. Ein Jeder weiß doch mittlerweile, daß das Problem in der vernachlässigten Jugend steckt. Den Schulabgängern kann kein Vorwurf gemacht werden. Sie können nichts dafür in der Schule keine Inhalte mehr vermittelt zu bekommen. Denn die Eltern sind für Lehrer schließlich auch keine Ansprechpartner mehr für die schlechten Leistungen der Kinder. Wie soll man sich auch bitte als erfolgreicher Manager und emanzipierte Vollzeit-Sekretärin nach der Arbeit noch um sein Kind kümmern? Das wird lieber in den Hort gesteckt. Da zahlt man schließlich auch reichlich Geld für. Sollen die mal...
 

Und das Kind lernt anstatt Deutsch lieber Westcoast-Slang und Isch-Klatsch-Disch-Weg Grammatik auf dem Pausenhof. PISA spricht Bände.
Aber wenn man dann stolz miterlebt, daß das eigene Kind bereits mit vierzehn Jahren (natürlich mit Hilfe der Super-Nanny) rechnen und bereits ganze Worte schreiben kann, dann entschädigt dieser Moment doch das viele getrennt sein, oder etwa nicht?

Als kleiner Nachtrag hierzu sei angemerkt, daß EIN einziger wieder ins Arbeitsleben vermittelter Arbeitsloser der Agentur und Ihren Subunternehmern rund 33.000 € (Bezahlung eines 1€-Jobbers für mehr als drei Jahre) einbringt - natürlich bezahlt aus Steuergeldern...

 

 

 

 

Das D schreibt zum Thema Deutschland...

 

Angesichts der momentanen, rapide schlechter werdenden Situation in unserem Lande, sei an dieser Stelle mal etwas angemerkt, von dem vermutlich viele gar nicht wussten, daß so etwas überhaupt möglich ist. Die Rede ist vom Handeln - davon, unserer Obrigkeit zu zeigen, daß sie es noch nicht gänzlich geschafft hat Ihre Untertanen so zu verblöden, daß ein ungestörtes Regieren möglich ist. Ein Jeder klagt dieser Tage - insbesondere darüber, daß unsereins nach allen Regeln der Kunst geschröpft und ausgenommen wird. Von unsinnigen Gesetzen geplagt, von erhöhten Abgaben gebeutelt und voller Machtlosigkeit gibt es für den gemeinen Deutschen anscheinend nur noch die Möglichkeit, sich bei jeder Gelegenheit darüber auszulassen, daß so etwas eine Frechheit ist und man es sich ja wohl nicht mehr länger gefallen lassen sollte. Benzinkosten, Blitzer, Knöllchen, Steuern, Praxisgebühr und und und. Die Liste der "Das können wir uns nicht länger gefallen lassen" - Dinge ist ellenlang. Ich möchte hier einfach mal an dem Beispiel Benzinkosten verdeutlichen, was ein einmonatiger Zusammenhalt der Deutschen vermutlich verändern könnte.

D a s   E x p e r i m e n t :

Wir legen die Tatsache zugrunde, daß, um den steigenden Benzinpreisen entgegenzuwirken, alle Deutschen Autofahrer - denen es möglich ist - für einen Monat auf das Autofahren verzichten.

Anhand aktueller Zahlen hier nun also ein kleines Planspiel:

Den größten Anteil der Treibstoffpreise an den Tankstellen machen die Steuern aus. Allein die Mineralöl- und Ökosteuer auf Benzin beläuft sich inzwischen auf 65,5 Cent pro Liter (Mineralölsteuer: 50,1 Cent, Ökosteuer: 15,4 Cent). Die Mehrwertsteuer von 16 % wird auch auf die Mineralöl- und Ökosteuer erhoben und macht bei einem Preis von 105 Cent 14,5 Cent pro Liter aus. Bei einem Tankstellenpreis von 105 Cent pro Liter Benzin zahlen die Autofahrerinnen und Autofahrer also 80 Cent pro Liter an Steuern. Damit fließen mehr als drei Viertel des Benzinpreises in die Kassen des Staates. Nach den jetzt turnusgemäß vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vorgelegten Zahlen gab es zum Stichtag 1. Januar 2005 insgesamt rund 60 Millionen Fahrzeuge in Deutschland. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 9 Litern pro 100 Kilometer verbraucht jedes Auto rund 1.260 Liter Benzin/Diesel pro Jahr. Das ergibt einen deutschlandweiten Benzin-Verbrauch von 75,6 Milliarden Litern pro Jahr. Nun wissen wir, daß der Staat an Steuern etwa 80 Cent pro Liter kassiert - also rund 60,5 Milliarden Euro!

Im Monat also rund 5 Mrd. € Steuereinnahmen allein durch Steuern auf Benzin.

Wir spinnen nun weiter, daß etwa 55% der Deutschen Autofahrer einen Monat lang auf Ihr Auto verzichten können. Also einen Monat lang gut 33 Millionen Fahrzeuge weniger auf den Straßen. Dies bedeutet einen Steuerausfall von 2,75 Milliarden Euro in nur einem Monat! Pro Jahr wären das also 33 Milliarden Euro!

Dieser Verlust kann im Endeffekt nur mit einer Preissenkung gestoppt werden, denn Preiserhöhungen in anderen Bereichen schließen wir mal aus. Dort könnte man als zusammenhaltende Nation schließlich ebenso verfahren. Übersetzt man dieses kleine Rechenspiel auf Tabak, Alkohol und all die anderen Dinge, an denen sich der Staat bereichert so sind wir kleinen Bürger sehr wohl in der Lage, unseren Staat buchstäblich in die Knie zu zwingen. Aber leider scheitert dieses Spiel schon daran, daß wir uns alle nur zu gerne beherrschen lassen und unsere angebliche Machtlosigkeit dazu benutzen, unsere Bequemlichkeit zu rechtfertigen. Egal, wie sehr die Preise auch Steigen mögen, wir beschweren uns kurz darüber und fügen uns in unser angeblich so unvermeidbares Schicksal.

Also viel Rauch um Nichts - und Alles bleibt beim Alten!

 

 

 

Das D schreibt zum Thema Ostalgie-Wahn...

 

Wir alle haben in der letzten Zeit den zunehmenden Ostalgie-Wahn mitbekommen der in den Medien seltsame Früchte trägt. So wird in verschiedenen Ost-Revival-Shows liebevoll an "unsere" DDR erinnert. Über geglückte Fluchtversuche berichtet als wären dies Abenteuerreisen, gesponsert von einer Zigarettenmarke.

Gibt es nach den wildesten Polizei-Verfolgungsjagden bald auch die wildesten Ost-Fluchten im Vorabendprogramm?

Sicherlich sind da einige die sagen: "Es war nicht alles schlecht im Osten." Aber angesichts neuzeitlicher Medienshows wird sich doch so manch Pisa erprobter Schulabgänger fragen was denn nun diese Republik an sich hatte dass die Menschen veranlasst hat zu flüchten.

Glaubt man Maske und seinen Show-Kollegen so war die Zone doch tierisch spaßig! Herrlich! Die lustigen Geschichten von jenem Sperrmüll, der mit düsentriebschem Erfindergeist immer wieder neue Bestimmungen erhielt. Die stets gut gelaunten Tunnelbauer, die sich täglich an die Arbeit machten, einen Ausweg zu graben aus der Zone. Vielleicht sollten sich Sonja Kraus und ihre Heimwerker-Bande dem Ost-Wahn anschließen und uns zur besten Sendezeit einen kleinen Fluchttunnel nachbauen. Einen von den süßen kleinen mit richtig viel Ostalgie-Charme. Die Bauanleitung gibt´s dann per Faxabruf! Unsere Medienwelt ist nicht erst seit gestern voll von quotenbringenden, immergleichen Shows die anscheinend nur das Ziel verfolgen, den Zuschauer ohne Umwege in die intellektuelle Insolvenz zu senden. Aber muss man deswegen die DDR als Charmebehaftete kleine Nostalgie-Republik hinstellen? Da wird sich so mancher doch fragen, warum es die DDR nicht mehr gibt. Diese weltoffene Spaßrepublik in der, vom Kapitalismus unberührt, das Leben nur aus lustigen Basteleien, FKK-Baden und einigen erheiternden Fluchtversuchen bestand.

Schade ist nur, dass die Macher dieser Volksverarsche in ihrem Tun durch reichlich Einschaltquoten bestätigt werden. Ist es denn schon zu spät? Was kann den deutschen Fernseh-Konsumenten noch retten? Ihn dazu veranlassen selbst zu denken und eine eigene, unabhängige Meinung auszubilden?

Vielleicht eine Grundgesetzänderung, die das Senden von bildungsgefährdendem Material unter Strafe stellt weil der Tatbestand der Volksverdummung erfüllt wird? Oder werden diese Verstöße dann bei Barbara Salesch verhandelt, und das Urteil anschließend von einer kompetenten Jury, bestehend aus abgefallenen Popsternchen im Imagewandel, bewertet? Können dann noch während der Sendung die gelangweilten Teens per SMS-Ted das Urteil beeinflussen?

Und sind wir dann alle froh, dass uns das Fernsehen nun nicht mehr für dumm verkauft?

 



 

Das D schreibt zum Thema Dosenpfand...

 

Da haben wir uns noch nach der Rechtschreib-Reform gefragt, mit welch´ wohl durchdachtem Geschenk uns die Obrigkeit als nächstes beglücken wird - die Antwort ist da! Dosenpfand.

Nun soll also, nach nunmehr sechs Jahren Entwicklungszeit, eine Regelung zum Dosenpfand verhindern, dass wir unsere Dosen nicht mehr Mutter Natur in den Schoß werfen, sondern stattdessen unseren Pfand auslösen und das Weißblech zurück bringen. So gesehen keine wirklich schlechte Idee. Wäre da nicht die Tatsache, dass die Menschen einfach keine Dosen kaufen um sie wieder in den Laden zurückzubringen. Die Dose ist und bleibt ein Wegwerf-Produkt. Mittlerweile sehen viele Deutsche einfach nur den gestiegenen Preis der Dosen und finden sich damit ab. Ihren Weg gehen die Dosen wie gehabt. Die Tatsache, dass der deutsche Lebensmittel-Einzelhandel zusätzliche Einnahmen durch nicht ausgelöstes Pfand in Milliardenhöhe verzeichnet, spricht sicherlich eine deutliche Sprache.

Da haben unsere Denker mal wieder Ihr Projekt mangels Planung zielsicher in den Sand gesetzt. Da fragt sich der einfache Mann doch, wo denn die Schwierigkeit liegt ein einheitliches System zu erstellen. Mit Getränkekisten klappt es doch auch. Dosen werden, im Gegensatz zu Ihren großvolumigen PET-Kollegen, nicht ausgespült und wieder verwendet - ihre Form spielt da also keine Rolle - daraus lässt sich doch folgern: Dose ist gleich Dose! Weit gefehlt!

Können unsere Abgeordneten, aufgrund der ohnehin später erfolgenden Einstampfung der Dosen keine äußerlichen Unterscheidungskriterien festlegen, so nimmt man kurzerhand den Inhalt der Dose um ihn Pfandrechtlich zu bewerten. Im Klartext bedeutet das, daß für eine 0,33l Dose, gefüllt mit alkoholfreier Limonade der übliche Pfand-Satz zu bezahlen ist, für eine mit einem Spirituosen-Mixgetränk gefüllte Dose gleicher Art aber keine Pfandabgabe zu entrichten ist. Da scheint eine Whisky-Cola Dose auf dem Grünstreifen doch wesentlich harmloser zu sein als seine alkoholfreien Transportkollegen.

Für diese Erkenntnis sagen wir: "Danke, Deutschland!"

Ist es nicht ein gutes Gefühl zu wissen, daß wir die knapp Hälfte unseres Gehaltes entbehren, um diesen herausragenden Denkern ihre Verdienste für unser Land zu danken?

Was mit unseren Steuergeldern sonst noch alles geschieht erfährst Du
hier.

Eine kleine Auswahl prominenter Steuerflüchtlinge gibt es hier.

 

 

 

 

Das D schreibt zum Thema Neuer Duden...

 

Allem voran sei kurz bemerkt, daß es wohl Mut gewesen sein muß, der den Bertelsmann-Verlag dazu veranlasst hat kurz vor dem Ende der außerordentlich gut angenommenen Rechtschreib-Reform noch eine Neuauflage des "Duden" herauszubringen.

Nicht genug, daß nun kaum noch jemand weiß, wie denn nun in Deutschland regelkonform zu schreiben ist, jetzt wird dem gemeinen Deutschen auch noch beigebracht, welch´ Vokabular im Austausch mit seinen Mitmenschen wohl das passende ist.

Da wird so mancher in Zukunft sagen müssen, nachdem seine Wortwahl auf ein überfordertes "Hä?" stieß, er hätte seinen wohl überlegten Konversations-Inhalt dem einzig wahren Nachschlagewerk in Deutschland entnommen - dem Duden! Nun da wir wissen, daß das Wort "Saftschubse" bedenkenlos als offiziell anerkannte Beschreibung für "Flugbegleiterin" einzusetzen ist, ereilt uns da nicht der Wunsch bei der Frage nach der nächsten Gehaltserhöhung dem Chef einfach zu erzählen man bräuchte mehr Bugs weil die Chica daheim mit dem Little-Homie just zu wenig Patte hat und auch sonst das Leben mit den Motherfuckern der Posse nun echt derbe viel Cashes wegburnt? Yo, die fetten Pants, herbste Records, hippste Partys in da House und die gepimpte Karre - das pullt übelst on da Money!

Sollte der verehrte Chef sich daraufhin erzürnen, sei jedem geraten erstmal ordentlich abzuchillen. Keinesfalls sollte der Chef oder einer seiner Homies gedisst werden! Dies könnte zu verdammt beefiger Westcoast-Stimmung führen! Ein kurzer Hinweis, er könne alles voll fett im Duden abchecken sollte genügen um Ihn wieder zu einem konkret derbe gechillten Mo´fucker werden zu lassen.

Auch hier sagen wir: Danke Duden! Danke Deutschland! Wir lieben Dich! (geschwört, diggah!)